Ein Prosit auf die Tradition

Biergärten in Nymphenburg und München

Biergärten gehören zu München wie die Frauenkirche und das Oktoberfest. Einheimische und Besucher verbringen gerne ein paar gesellige Stunden in den Biergärten der Stadt – und davon gibt es in München über 1.000, hinzu kommen noch rund 600 Wirtsgärten.

Biergärten haben in München eine sehr lange Tradition: Bereits im 16. Jahrhundert soll es die ersten Biergärten im Stadtgebiet gegeben haben.

Damals sind sie eher aus praktischen Gründen entstanden: Bier wurde nur zwischen Ende September und Ende April gebraut und dann im kühlen Brauereikeller gelagert. Über dem Keller befanden sich häufig Baumbestände, die zusätzliche Kühlung verschafften.

Die findigen Bierbrauer luden ihre Gäste während den warmen Sommermonaten dann an genau diese schattigen Plätzchen ein – der Biergarten war geboren.

Typischerweise sitzt man in einem Biergarten auf einer Bierbank: Das sind lange, meist orangefarben lackierte Holzbänke mit zugehörigen Tischen.

Im Biergarten dürfen auch mitgebrachte Speisen verzehrt werden – dies ist eine weitere Besonderheit der Münchener Biergärten. Allerdings sind die Getränke, egal ob mit oder ohne Alkohol, immer vom Wirt zu beziehen.

Das helle Bier kann aus einem Halbliter-Glas getrunken werden – traditionell ist aber die 1-Liter-Maß das Maß der Dinge im Münchener Biergarten. Wem das zu viel an Gerstensaft ist, kann auch auf einen Radler (eine Mischung aus Bier und Zitronenlimo) ausweichen.

Weißbier wird meist nur im Halbliter-Glas angeboten, da es im Gegensatz zum gezapften Bier aus der Flasche kommt.

Der Hirschgarten in Nymphenburg

der wahrscheinlich größte Biergarten der Welt

Mit 8500 Sitzplätzen und einer etwa 40 Hektar großen Gesamtfläche hält der Königliche Hirschgarten in Nymphenburg den inoffiziellen Rekord als größter Biergarten der Welt. Ob das tatsächlich stimmt, ist nicht sicher. Was jedoch sicher ist: Der Königliche Hirschgarten ist einer der schönsten Biergärten in ganz München.

Der Hirschgarten geht auf eine im Jahr 1720 angelegte Fasanerie zurück. Rund 50 Jahre später wurde hier bereits Hopfen angebaut – sozusagen ein Vorbote des später hier entstandenen Biergartens.

Die erste Gaststätte, das Jägerhaus, wurde 1791 eröffnet. 1780 gab Kurfürst Karl Theodor den Auftrag zur Anlage eines Jagdreviers in dem Bereich. So entstand auch eingezäuntes Damhirschgehege.

Heute ist der unweit vom Hotel Laimer Hof gelegene Hirschgarten ein beliebtes Ausflugsziel für Familien und bietet nebst dem großen Biergarten auch zahlreiche Spielplätze, Grünflächen und das rund zwei Hektar großes Gehege mit Dam- und Muffelwild.